Dienstag, 16. Juni 2009

Es ist geschafft...

13 Jahre.
13 Jahre lang, jeden Morgen aufstehen, zur Schule gehen
13 Jahre lang lernen
13 Jahre lang, jeden Tag die gleichen Menschen
13 Jahre lang...

Und jetzt ist es vorbei.
Wir haben unsere Ergebnisse und nach nächstem Freitag werden wir nie wieder einen Schritt in diese Schule setzen müssen.
Das wars...

Es ist krass.
Es ist traurig.
Es ist irgendwie deprimierend.


Ich mag nicht....
Aber jetzt fahr ich erst mal nach München bis Samstag... Ich sollte mich wirklich ablenken :D

Liebste Grüße,
Simonileinchen


P.S.: Ich geh ins Kiiiiino :D
nächste Woche...
Ich freu mich...
Ich bin aufgeregt.. Hibbelig...
Und ich hab soooo ein Strahlen auf dem Gesicht :D

Dienstag, 9. Juni 2009

wer bin ich?

Bin ich ein schlechter Mensch?
Bin ich gefühlskalt und abgestumpft nur weil ich mich mit meiner Mutter und meiner Schwester nicht über den Tod unterhalten will?
Kann man es mir wirklich vorwerfen, dass ich mich NICHT damit auseinandersetzen möchte, wie es mir ginge wenn eine gute Freundin oder ein Familienmitglied sterben würde?

Der Tod macht mir Angst.
Nicht nur mein eigener.
Auch die Vorstellung, dass irgendwann einer nach dem anderen sterben wird. Meine Familie, meine Freunde und meine Bekannten.
Kann man es mir wirklich vorwerfen, dass ich mich damit NICHT auseinandersetzen möchte?

Und JA verdammt, ich finde es auch schrecklich, dass sie gestorben ist (vorgestern ist ein Mädel (20) aus unserer Stadt bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Sie war unschuldig am Unfall, der Unfallverursacher lebt, ist nur leicht verletzt...)
Es ist eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit.
Ich hab sie ein vielleicht zweimal gesehen... Ich finde es grausam... schrecklich... unglaublich...

Aber nein, Mama, ich sehe NICHT nur die Sonnenseiten des Lebens... ich sehe sehr Wohl auch den Schatten, die Dunkelheit und die Abgründe unseres Daseins.
Aber ich kann sie nicht ändern.
Ich kann die Welt nicht erlösen und all das Böse vernichten.
Ich bin, wie alle anderen zum zusehen verdammt...

Freitag, 5. Juni 2009

Spontaner Idealist

Ich hab aus purer Langeweile einen Persönlichkeitstest gemacht...
Interessantes Ergebnis:

Spontaner Idealist

Der spontane Idealist ist ein kreativer, lebhafter und aufgeschlossener Mensch. Er ist humorvoll und verfügt über eine ansteckende Lebensfreude. Seine Begeisterungsfähigkeit und sprühende Energie inspiriert andere Menschen und reißt sie mit. Er genießt es, mit anderen zusammen zu sein und hat oft ein geradezu unheimliches Gespür für deren Motivationen und Potenziale. Der spontane Idealist ist ein Meister der Kommunikation und ein sehr amüsanter und begabter Unterhalter. In seinem Umfeld sind Spaß und Abwechslung garantiert. Gelegentlich ist er im Umgang mit anderen allerdings etwas zu impulsiv und verletzt diese, ohne es wirklich zu wollen, durch seine direkte und manchmal auch kritische Art.

Dieser Persönlichkeitstypus ist ein scharfer und wachsamer Beobachter; seiner Aufmerksamkeit entgeht nichts, was um ihn herum passiert. Im Extremfall neigt er zu Überempfindlichkeit und übermäßiger Wachsamkeit und ist innerlich ständig auf dem Sprung. Das Leben ist für ihn ein aufregendes Drama voller Emotionalität. Allerdings langweilt er sich auch schnell, wenn sich Dinge wiederholen oder allzuviel Detailarbeit und Sorgfalt gefragt sind. Seine Kreativität, sein Einfallsreichtum und seine Originalität kommen am besten in der Konzeption neuer Projekte und Ideen zum Tragen - die akribische Umsetzung des Ganzen überlässt er dann lieber anderen. Insgesamt legt der spontane Idealist sehr viel Wert auf seine innere und äußere Unabhängigkeit und ordnet sich nur ungern unter. Mit Hierarchien und Autoritäten hat er daher so seine Probleme.

Als Freund eines spontanen Idealisten wird man sich nie langweilen; mit ihm kann man das Leben in vollen Zügen genießen und die besten Partys feiern. Gleichzeitig ist er warm, sensibel und zugewandt im Umgang und gerne bereit, zu helfen. Ist der spontane Idealist frisch verliebt, hängt der Himmel voller Geigen und der neue Partner wird mit Aufmerksamkeiten und Zuneigung überschüttet. Dann schäumt dieser Typus vor Charme, Zärtlichkeit und Fantasie geradezu über. Leider wird es ihm auch hier schnell langweilig, wenn der Reiz des Neuen vorbei ist. Der schnöde Beziehungsalltag ist nichts für ihn, so dass viele spontane Idealisten von einer Affäre in die nächste rutschen. Schafft der Partner es aber, seine Neugier wach zu halten und Routine und Gewohntes nicht überhand nehmen zu lassen, kann der spontane Idealist ein anregender und liebevoller Partner sein.

Folgende Adjektive passen zu deinem Typ: spontan, begeisterungsfähig, idealistisch, extrovertiert, theoretisch, gefühlsbetont, emotional, locker, freundlich, optimistisch, charmant, enthusiastisch, hilfsbereit, selbständig, individualistisch, kreativ, dynamisch, lebhaft, humorvoll, lebensfroh, fantasievoll, wechselhaft, wandlungsfähig, loyal, sensibel, inspirierend, gesellig, kommunikativ, sprunghaft, neugierig, offen, verletzlich.


--> manches davon passt wie die Faust aufs Auge... anderes dagegen wieder überhaupt nicht :D

Allerliebste Grüße
Simonileinchen

Faces...

Ich sehe mich um. Überall Gesichter. Verzerrte Fratzen. Aufgesetzte Masken.
Menschen lachen, doch innerlich weinen sie.
Menschen erzählen, doch denken nicht über das Gesagte nach.
Menschen machen ohne zu tun oder zu handeln.

An meinem Nachbartisch sitzt ein junger Mann. Er starrt gedankenverloren aus dem Fenster, seine braunen Augen blitzen.
Woran er wohl denkt? Keine Gefühlsregung ist in seinem Gesicht zu erkennen.
Macht er sich Sorgen? Ist er wütend? Trauert er? Ich sehe genauer hin.
Seine Hände sind verkrampft. Ein leichtes Zittern durchläuft immer wieder seinen Körper. er blinzelt heftig, versucht die aufkeimenden Tränen zu unterdrücken.
Schnell wende ich meinen Blick ab, das geht mich nichts an.

Am anderen Ende des Raumes erkenne ich eine kleine Gruppe Teenager, vermutlich ist keiner von ihnen älter als 16. Und doch sehen sie alt aus.
Nicht im körperlichen Sinne, sondern seelisch.
Ich bin mir sicher, dass jeder von ihnen eine grauenvolle Vergangenheit hat. Eine Mischung aus Alkohol, Drogen und Gewalt.
Manchmal wünsche ich mir, ich könnte ihnen helfen. Doch ich kann es nicht. Die meisten würden sich ohnehin nicht helfen lassen. Für andere ist es dagegen ohnehin schon zu spät.
Ein junges Mädchen blickt auf, sieht mich direkt an. Ihre Augen bestätigen meine Überlegungen. Ihre Pupillen sind geweitet. Und auch ihr Körper erzählt mir seine Geschichte von Not, Leid und Entbehrung.
Ich weiß, dass ich nicht helfen kann und es schmerzt mich das zu erkennen.

Direkt neben mich lässt sich jetzt ein Ehepaar mittleren Alters nieder. Er schaut sich um, sucht etwas? Sie dagegen fixiert stumm ihren Teller, auf dem nur ein Apfel liegt.
Warum isst sie nicht mehr? Hat sie keinen Hunger? Geht es ihr nicht gut? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter?
Der Mann stößt sie jetzt unsanft in die Seite und die Frau verzieht das Gesicht. „Iss!“ er sagt es nicht einfach so, nein, er befiehlt es ihr.
Ich schüttle den Kopf, kann nicht glauben, dass sie eine solche Behandlung widerspruchslos duldet.
Dann wendet der Mann seinen Blick mir zu. „Was glotzt du so?!“ blafft er mich an.
Obwohl ich gerne etwas gesagt hätte, halte ich meinen Mund. Ich bin nicht so stark wie ich es gerne wäre. Ich habe Angst. Also schaue ich weg.

Hängen bleibt mein Blick auf einem dunkelhäutigen Pärchen. Der Mann hält die Frau eng umschlungen, streicht ihr immer wieder zärtlich über die Wange. Ihr Kopf ist an seine Schulter gelehnt und dicke Tränen rinnen über ihr Gesicht. In ihren Armen liegt ein kleines zappelndes Bündel. Ein winziges Gesichtchen schaut aus den dicken Decken hervor, die kleinen Händchen werden immer wieder in die Höhe gereckt, als wolle auch das kleine Wesen die Mama trösten.
Ein leichtes Lächeln huscht über mein Gesicht, doch sogleich werde ich wieder ernst. Was wohl ihre Geschichte ist?
Sie hat einen Mann, der sie offensichtlich liebt, der für sie da ist, für sie und ihr Kind. Und dennoch weint sie, scheint mit der Situation nicht zufrieden?
Ist sie überfordert mit der Kleinen? Ist er nicht der Vater? Gab es vielleicht einen Zwilling? Meine Gedanken gehen wie so oft auf Wanderschaft.
Dann steht der junge Mann auf, nimmt das Baby kurz auf, haucht ihm einen Kuss auf die Stirn, ehe er es wieder der jungen Frau gibt. Dann umfasst er fest die Griffe des Rollstuhls, der mir erst jetzt auffällt.

Zwei Freundinnen sitzen ein paar Tische weiter, unterhalten sich. Beide lachen, doch dieses Lachen erreicht nicht ihre Augen.
Sie wollen sich ablenken. Sie reden über irgendetwas, um sich nicht mit etwas auseinander setzen zu müssen, das geschehen ist, gerade geschieht, oder geschehen wird.
Es macht ihnen Angst. Es macht sie traurig. Sie wollen einfach nicht darüber nachdenken müssen.

An einem der letzten Tische, in einer etwas dunkleren Ecke entdecke ich zwei junge Männer, die verschüchtert Händchen halten. Sie werfen sich immer wieder verliebte Blicke zu, sehen sich aber im gleichen Atemzug auch immer wieder um.
Wahrscheinlich waren sie schon immer irgendwelchen Anfeindungen ausgesetzt. Ein Lächeln umspielt meine Lippen. Das sind die ersten Personen, die ich heute sehe, die einfach sind wie sie sind. Die sich ohne Maske zeigen. Jeder der sie sich genauer ansieht, kann erkennen, dass sie einander wirklich gern haben und dennoch auch Angst haben, für diese Zuneigung schikaniert zu werden.

Jetzt fällt mein Blick auf die beiden Angestellten des Hostels, sie hinter der Bar stehen, Gläser spülen, Getränke ausgeben und das Buffet auffüllen. Beide werfen sich immer wieder hasserfüllte Blicke zu. Sie wollen alle glauben lassen, dass sie einander abgrundtief hassen, doch ihre Augen erzählen die Wahrheit. Eine Wahrheit, die das komplette Gegenteil von dem ist, was sie so öffentlich zur Schau stellen. Sie mögen einander. Vielleicht mehr, als sie sich eingestehen wollen. Und um das nicht zugeben zu müssen verkriechen sie sich hinter einer Fassade aus Hass, Feindschaft und Abscheu. Sie spielen sich gegenseitig ein Theater vor, um einen Kampf zu gewinnen, der so ungleich ist, dass keine Chance auf den Sieg besteht.
Ich wende den Blick ab. Kann nicht länger das bunte Treiben um mich herum beobachten.

Was würde jeder einzelne von ihnen denken, wenn er mich ansieht.
Ich weiß es nicht.
Sehen würde man ein junges Mädchen. Ein offenes, selbstbewusstes, junges Mädchen, das den Blick neugierig durch den Raum schweifen lässt, hier mal etwas betrachtet und da.
Doch es ist nicht die Wahrheit.
Ich bin nicht selbstbewusst. Nicht einen Funken. Ich verstecke mich hinter meiner Maske. Einer Maske, die hauptsächlich aus einem hübschen Lächeln besteht, das den Leuten den Eindruck vermittelt, ich sei ein fröhliches, aufgeschlossenes Mädchen. Das bin ich. Manchmal.

Doch ich kann den Menschen nicht in die Augen sehen. Ich kann den Blicken nicht standhalten, die mich mustern. Ich bin nicht das, was ich zu sein vorgebe.
Ich bin genauso wie alle anderen hier im Raum.
Ich verstecke mich, verbarrikadiere mich hinter einer Schutzmauer. Verstelle mich. Ich habe mir eine Maske geschaffen, die mich so erscheinen lässt, wie ich gerne wäre. Doch die Fassade ist brüchig und bei der kleinsten Berührung kann sie einstürzen und ich komme zum Vorschein.
Denn auch ich habe eine Geschichte.